Alphabet der Kuriosität

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Die Mehrheit meiner Beiträge konzentrieren sich auf grundlegende, kuriosophische Anliegen: Die Farbenlehre und Kreativität als Lebensfreude und Schöpfungskraft, die konkurrenzlose Einheit von Mensch und Menschen, die Erziehung zur Maskenlosigkeit und Ehrlichkeit, sowie weitere Überzeugungen von weltlicher Schönheit.

Ich hatte vor Kurzem die Gelegenheit eine Kinodarstellung von Alphabet mitzusehen. Es handelt sich dabei um ein Dokumentarfilm von Erwin Wagenhofer, der unter anderem die sehenswerten We Feed the World (2005) und Let’s make Money (2008) gedreht hat. Inhaltlich geht es um die zu statische Bildung und die künstliche Schaffung des Wettbewerbsgefüge. Es ist ein kritischer Film der viele Aussagen und Anliegen meiner Selbst zum Ausdruck bringt. Der Slogan “Angst oder Liebe” deutet auf die Dualität von Einseitigkeit und Neuheit, von Einsamkeit und Gemeinsamkeit hin. Die während dem Streifen geäusserte Aussage “Bei Ihrer Geburt sind 98% der Menschen hochbegabt. Nach der Schulzeit sind es nur noch 2%”, wenn auch analytisch nicht korrekt, resümiert gut die inhaltliche Kernaussage: Das aktuelle Bildungssystem ist obsolet, denn der Mensch ist für die Schule des Lebens geschaffen. Man braucht kein Wettbewerb, Struktur, Richtig-Falsch-Denken um Genialität zu fördern. Schlüsselwörter sind hingegen: Diversität, Kreativität und Eigenheit. Das Leben weiss von Selbst wie man dem Neugierigen Durst stillt.

Die gemeisterte Zusammenstellung von Darstellern, die die Bildungsproblematik schildern, ist gelungen und herrlich erfrischend. Denn in der Bildung liegt des Columbus Ei: Wenn auch umweltbedrohende oder ausbeuterische Gefahren die Menschheit zu Schaffen machen, so liegt die fundamentale Ursache in der Bildung des Menschen. Man bildet momentan keine Menschen, sondern öKonomisch-effiziente Ja-Sager aus. Konsequenz ist wenig Erneuerung, wenig Innovation, wenig Genialität. Wenn auch ein wenig klischeehaft ausgedrückt handelt es sich bei dem klassischen Bildungsprodukt um Schafe. Dabei ist der Mensch genetisch ein Schöpfungswesen, ein prädestinierter Künstler, kein Systematiker.

Der Dokumentarfilm verfügt über genug Inspiration und weiterführende Thematik, sodass ich lieber den Film weiterempfehle, als noch weitere Paragraphen über Alphabet und seine kuriosophischen Aussagen schreibe. Das Spektakel lässt sich momentan (noch) in den spezialisierten Kinos (z.B. kult.kino) anschauen. Nebenbei bemerkt, wenn die Gelegenheit eines Kinogangs nicht in Handreichweite liegt, so sind die weiteren Wagenhofer-Dokumentarfilme ebenfalls zu empfehlen.

 

3 thoughts on “Alphabet der Kuriosität

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