Vom gräflichen Übermensch

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Der Übermensch als Steigerung von Mensch steht für ein Ideal verschiedenster Natur: Der Eine versteht darunter Schlagkraft, der Andere wiederum Scharfsinn. Der Eine versteht darunter Weisheit, der Andere wiederum Aufnahmefähgikeit. Mystik oder Wissen, Stille oder Mut, Concretus oder Abstractus, im Vergangenem oder im Kommenden: Zusammenfassend zeichnet sich der Übermensch, wie dies eponymisch angenommen werden kann, durch übermenschliche Tugenden aus. Tugenden die einem bestimmten Ideal unterliegen. Friedrich Nietzsche selber, Schöpfer des Begriffs, sucht in der Willenstärke und Lebenskraft nach dem Ideal eines mutmasslichen Übermenschentums. Der Übermensch als Gott: Schöpfer und Gebieter neuer Werte, aber zugleich Sklave und Untertan von Allzumenschlichem.

Wie auch sich der Übermensch auszeichnen mag, gibt es jemand, der diverser Idealvorstellungen von Menschlichkeit gleich kommt: Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi. Als Grafsohn eines österreichisch-ungarischen Diplomats und einer japanischen Mutter ist Coudenhove-Kalergi seit seiner Geburt von Weltbürgertum und Adel geprägt. Er wuchs mehrsprachig auf: Neben Deutsch und Japanisch, auch Russisch und Ungarisch, später noch Englisch und Französisch. Er beendete seine akademische Laufbahn mit einer Thesis über Die Objectivität als Grundprinzip der Moral. Er gilt als Gründer des Pan-Europäischen Gedankengutes als Zusammenkunft der europäischen Nationen, die den Kontinent und die ganzen Welt zur ursprünglichen Grösse zurückführen soll. Seine philosophische und politische Interessen schrieb er in vielzähligen Schriften nieder. Erstaunlicherweise blieben seine Publikationen der Öffentlichkeit mehrheitlich verborgen. Darunter sind vor allem folgende zwei Auszüge empfehlenswert:

Die Exemplare lassen sich auf einem Webblog eines mir engen Freunds, welcher mir, nebenbei bemerkt, Coudenhove-Kalergi näher brachte und in seiner Freizeit die Bücher hochscannte (die Eigentumsrechte sind schon verfallen und somit ist der Einblick in ganzer Legalität geniessbar), einsehen.

Graf Coudenhove-Kalergi ist sich selber seiner übermenschlichen Einsichten bewusst und wünscht sich dasselbe Los für die Menschheit, mit Hilfe von Tugenden der Offenheit, der Ehrlichkeit und der Rationalität: Ein Übermenschentum von pan-europäischer, kriegsgier-negierender Brüderlichkeit.